Sportfest ganz ohne Barrieren

Reinschnuppern, mitmachen, ausprobieren : Im lockeren Rahmen wollen Vereine das Angebot vorstellen, das für Menschen mit und ohne Behinderung gedacht ist. Initiiert hat dies der Lokale Teilhabekreis.

Von Anna Petra Thomas

Heinsberg.„Gemeinsam Sport in Heinsberg“ heißt eine neue Initiative, die im Lokalen Teilhabekreis der Stadt entstanden ist und die im Rahmen eines mit dem Stadtsportverband und der Stadt organisierten Sportfestes am Samstag, 16. September, in der Sporthalle der Realschule ihren Auftakt haben soll. Als Schirmherrn dafür konnten die Initiatoren den ehemaligen Spitzensportler Thomas Giessing gewinnen, der heute Vorstand der Volksbank Heinsberg ist. Gemeinsam mit ihm stellten sie ihre Initiative, die auch von der Lebenshilfe Heinsberg unterstützt wird, in den Räumen der Volksbank vor.

Gemeinsam aktiv sein

 

Wo sich in Heinsberg Sport treiben lasse im Sinne von Inklusion, sei eine Fragestellung gewesen, die den Teilhabekreis intensiv beschäftigt habe, berichtete Denise Lison von der Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle (KoKoBe), die den Teilhabekreis mit Martina Zantis von der Caritas leitet. Man habe dafür eigens einen Arbeitskreis gegründet. Willi Engels, zugleich Mitglied im Teilhabekreis und Vorsitzender des Stadtsportverbands, habe dann die Vereine angeschrieben mit der Idee, sich im Rahmen eines inklusiven Sportfestes öffentlich vorzustellen und über die Angebote zu informieren, die auch Menschen mit Behinderungen offenstehen. Unterstützt wurde die Initiative außerdem von Ingo Franken von der Stadt und von Norbert Spiertz von der Ju-Jutsu-Abteilung „Kihaku“ des TuS Dremmen.

Zunächst hätten sich nur zwei Vereine gemeldet, inzwischen seien es aber fünf, die sich mit insgesamt sechs Angeboten an dem Fest beteiligen würden, erklärte Engels. Mit dabei sind der TuS Rheinland Dremmen mit seiner Fußball- und seiner Ju-Jutsu-Abteilung „Kihaku“, die Behindertensportgemeinschaft (BSG) Oberbruch mit Bosseln und Boccia, die Tischtennis- und Ballsportfreunde (TTBF) Oberbruch, der TuS Oberbruch mit seiner neuen Abteilung Gesundheitssport und der TV Eintracht Heinsberg mit Basketball.

Ablaufen soll das Sportfest in Form eines barrierefreien Mitmachangebots, in das jeder problemlos einsteigen könne, erklärte Engels. Jeweils 40 Minuten lang und je zwei Mal an diesem Nachmittag würden sich in der Dreifach-Sporthalle je drei Angebote präsentieren, so dass jeder Besucher die Möglichkeit habe, in mehrere Sportarten hinein zu „schnuppern“.

Gerade im Sport würden Sportler mit und ohne Behinderung inzwischen „sehr unverkrampft“ miteinander umgehen, freute sich der Schirmherr. Zu seiner aktiven Zeit in den 1970er- und 1980er-Jahren sei diese Thematik dagegen eher gar nicht bis „stiefmütterlich“ behandelt worden. Ganz genau konnte er noch sein ihm als Schreck in Erinnerung gebliebenes Empfinden schildern, als damals bei einem Training plötzlich eine Prothese in seiner Umkleide stand, die ein Sportler aus den Niederlanden dort gegen seine Sportprothese gewechselt habe.

Entspannter Umgang

„Das hat sich inzwischen deutlich verändert!“, betonte Giessing und lobte die neue Initiative ausdrücklich. „Der Umgang miteinander ist da viel entspannter.“ Menschen mit Behinderungen seien Teil der Gesellschaft auch in der Region, und es sei wichtig, dass auch hier das gesellschaftliche Miteinander funktioniere, erklärte er mit Blick auf seine Funktion als Schirmherr der Initiative. Die Einladung dazu gelte natürlich nicht nur für Menschen mit und ohne Behinderung aus dem Stadtgebiet Heinsberg, sondern natürlich auch darüber hinaus, ergänzten Martina Zantis und Denise Lison.

aus der Heinsberger Zeitung vom 10. Juli 2017

   

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