Eine halbe Million Euro für den Sport

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Große finanzielle Unterstützung kommt jetzt aus Düsseldorf für fünf ausgewählte Sportstätten in Heinsberg. Die Pläne im Überblick.

Von Anna Petra Thomas

Heinsberg - Groß ist die Freude beim Heinsberger Stadtsportverband, sind doch alle fünf Anträge, die im Rahmen des Förderprogramms „Moderne Sportstätte 2022“ gestellt worden waren, inzwischen positiv beschieden. Insgesamt stellt das Land NRW für die Projekte der fünf Vereine 560.000 Euro zur Verfügung.

Davon erhalten der TuS Rheinland Dremmen 216.000 Euro, der FC Randerath/Porselen 172.000 Euro, der TC Rot-Weiß Lieck 110.000 Euro, der Heinsberger Tennisclub 33.000 Euro und der Zollsportverein Heinsberg 29.000 Euro.

Walter Lambertz, Vorsitzender des Stadtsportverbands, stellte nun die Projekte auf dem Gelände des TuS Rheinland Dremmen gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Bernd Krückel, mit Bürgermeister Kai Louis und mit Dieter Tobies, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kreissportbunds, sowie mit Vertretern der Vereine vor.

Insgesamt habe es neun Anträge gegeben, so Lambertz, Zwei davon hätten nicht den Richtlinien entsprochen. Zwei weiteren Vereinen habe man ein anderes Förderprogramm angeboten. Aber auch die fünf Vereine hätten zunächst ein Gesamtvolumen von 710.000 Euro beantragt. So habe es allen gemeinsam nicht nur viel Arbeit, sondern auch Kompromissbereitschaft abverlangt, um jetzt dieses Ergebnis präsentieren zu könne. In vielen Gesprächen, auch mit dem Kreissportbund, nach Rückfragen beim Landessportbund und in der Staatskanzlei NRW habe diese einvernehmliche Förderentscheidung getroffen werden können, so Lambertz. Zugleich werde damit aber auch die Notwendigkeit dieses Programms „eindeutig belegt“, schloss er seine kurze Einführung, bevor die einzelnen Vereinsvertreter ihre Projekte vorstellten.

Kunstrasen für Dremmen

Beim TuS Rheinland Dremmen beschäftige man sich bereits seit etwa sechs Jahren damit, den über 50 Jahre alten Aschenplatz in einen Kunstrasenplatz bei vorhandener Flutlichtanlage umzuwandeln, erklärte Albert Heitzer, Geschäftsführer Marketing. „Letztendlich scheiterte das aber an der Finanzierbarkeit.“ Wichtig sei ein solcher Platz jedoch vor allem für die große Jugend im TuS. „Gerade für die Kleinsten ist es nicht so schön, mehr als ein halbes Jahr auf einem staubigen Aschenplatz zu spielen und zu trainieren“, so Heitzer. Zusätzlich zum Platz, der rund 470.000 Euro kostet, soll in Gerätschaften für die Pflege, eine neue Umzäunung und neue Jugendtore investiert werden, insgesamt also gut eine halbe Million Euro. Neben den 216.000 Euro vom Land beteiligt sich die Stadt mit 150.000 Euro. Der Rest werde durch Sponsoren (30.000 Euro), Eigenleistung (10.000 Euro) und einen Kredit bei der NRW-Bank (100.000 Euro) geschultert. Ab Ende Juli soll gebaut, der Platz schon Ende September fertiggestellt werden.

Neue Räume am Wurmtalstadion

Über eine Förderung mit 172.000 Euro freut sich der FC Randerath/Porselen (FC RaPo). Er will im Wurmtalstadion in Randerath neue Umkleide- und Duschräume bauen. Entstehen werden hier ein Umkleideraum für die Heimmannschaft und zwei weitere für Gastmannschaften, ein Schiedsrichterraum und ein zusätzliches WC für Menschen mit Behinderung, wie Vorsitzender Harald Friedrichs erläuterte. Insgesamt hat die Maßnahme ein Investitionsvolumen von rund 300.000 Euro. Mit 75.000 Euro beteiligt sich die Stadt. Der Rest soll durch rund 1500 Arbeitsstunden in Eigenleistung und Spenden in Höhe von 53.000 Euro gestemmt werden. Bis Ende dieses Jahres soll das Projekt fertiggestellt sein.

Rollstuhl-Tennis in Lieck

Rollstuhl-Tennis will demnächst der TC Rot-Weiß Lieck anbieten und dafür drei seiner vier Tennisplätze in der Nähe des Lago Laprello in Ganzjahresplätze umbauen. Insgesamt sollen 160.000 Euro investiert werden, auch in einen entsprechenden Umbau der sanitären Anlagen. Der Differenzbetrag zur Landesförderung in Höhe von 110.000 Euro soll dem Vereinsvermögen entnommen sowie durch Spenden und Eigenleistung aufgebracht werden. Wie Vorsitzender Markus Lehmann erklärte, wäre der TC Rot-Weiß Lieck der einzige Verein im Bezirk Aachen mit einer solchen Anlage, die im November dieses Jahres fertiggestellt werden soll. „Es gibt schon Kontakte zum Nationaltrainer“, verriet er.

Neues Clubhaus im Klevchen

Der Heinsberger Tennisclub, der seine Plätze im Heinsberger Klevchen hat, will mit Fördermitteln in Höhe von 33.000 Euro die energetische Sanierung des 2015 bereits in Eigenleistung renovierten und modernisierten Clubhauses in Angriff nehmen. So sollen Fenster und Heizung erneuert, das Dach gedämmt werden. Der Zugang soll zudem barrierefrei werden, und die Anschaffung eines Defibrillators ist auch geplant.

Eigene Mittel in Höhe von 10.000 Euro sollen durch die Vermietung von Werbebanden eingeworben werden, wie Vorsitzende Mira Dyzak-Sistermanns erklärte.

Große Boule-Anlage in Heinsberg

Der Zollsportverein Heinsberg schließlich freut sich über großen Zulauf bei seinem Boule-Angebot. Derzeit zählt die Abteilung rund 30 Mitglieder, wie Geschäftsführer Hartmut Priemer erläuterte. Daher ist jetzt geplant, die bisherige Boule-Bahn auf eine erweiterte Anlage mit dann insgesamt sechs Bahnen auszubauen.

Zu den vom Land zur Verfügung gestellten 29.000 Euro kommen 6000 Euro an Eigenleistung hinzu. Anfang September soll die Anlage fertiggestellt sein. Dann freut sich der Verein auf neue Mitglieder in der Boule-Abteilung.

Erster Spatenstich in Randerath

Am Wurmtalstadion in Randerath ist der erste Spatenstich für die neuen Umkleide- und Duschräume inzwischen bereits erfolgt. „Neuer Bürgermeister und schon klappt es“, wurde dazu auch Bürgermeister Kai Louis schmunzelnd begrüßt.
Vorsitzender Harald Friedrichs dankte ihm und allen anderen, die sich für das Projekt engagiert haben, und nicht zuletzt dem „Bauleiter“ aus den eigenen Reihen. „Unser Projektleiter Karl-Josef Graab ist Gold wert“, lobte Friederichs dessen Engagement aber auch das aller anderen Vereinsmitglieder. „Es ist das größte Projekt unserer Vereinsgeschichte“, freute er sich. Ehrenvorsitzender Willi Deckers sah einen großen Tag für den Verein, hofft ebenfalls Ende des Jahres auf Fertigstellung. (agsb)

aus Heinsberger Zeitung / Heinsberger Nachrichten vom 22. Juni 2021

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